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Burnout

Schön ist, wenn ihr mich beachtet,
honoriert mein Tun und achtet
auf die Schritte, die ich mache.
Dass mir aber keiner lache,
wenn ein Fehler mir geschehe!
Denn es reicht, wenn ich ihn sehe!

Dafür belohne ich Euch mit Einsatz
Denn, dies ist mein heilig’ Grundsatz,
dass ich schaffe, schaffe, werke,
auch wenn ich im Rücken merke,
dass mein Tun wohl Folgen hat.
Doch ich bin halt von Format!

Denkte ich an mein Interesse
wüsste ich, dass ich vergesse,
dass ich das und jenes wollte,
da ich überlege, was ich sollte.
Lass’ mein Hobby am Besten ruh’n,
denn es gibt soviel zu tun.

Kein Termin mehr diese Woche,
warte doch bitte, bis ich poche
an Deine Tür, dann woll’n wir plaudern,
doch nicht zu lang, es würd’ mich Schaudern,
eine wichtige Sitzung zu vergessen.
Dann bin ich zu lang gesessen!!!

Bitte nimm das nicht so bitter,
masslos überspitzt, das Gewitter,
dass du jetzt heraufbeschwörst.
Ich hoffe nur, dass du auch hörst,
all die Stimmen, die mich brauchen!
Brauchst mich nicht so anzufauchen!

Meine Arbeit, die ist wichtig!
Was sagst du? Ich, ehrsüchtig?
Du verstehst nicht, um was es geht,
die halbe Welt sich um mich dreht.
Daher nehme ich mir das Recht,
so zu tun! Ich bin nicht schlecht!

Wieso schweigt er, sagt nichts mehr?
Soll er doch, na bitte sehr.
Ist ja sein Entscheid, kein Problem!
Doch sprechen kann ich nun mit - wem?
Egal, ich habe sowieso zu tun!
Lass ich auch die Freundschaft ruh’n!

Wo kann ich für mich nur sein?
Wahre am Besten auch den Schein,
als ob sie alle mich anfragen.
Wann hat mich in diesen Tagen
nur einer gerufen, um zu helfen.
Komm mir vor wie unter Wölfen!!?

Wollen die mich jetzt zerreissen?
Habe mich doch wie Mike Tyson
eingesetzt und alles gegeben,
wollen nun noch an mein Leben.
Ist das jetzt der Dank dafür,
dass ich soviel tat ohne Gier?

Typisch, diese Freunde fehlen
mir und andern frommen Seelen
wohl mit Sicherheit zuletzt.
Doch ihr Nichtbeachten verletzt
meinen Stolz und meine Ehr’.
Sehen die das gar nicht mehr?

Leere füllt mein Kopf, mein Sein.
Kann das wirklich alles sein?
Nichts und niemand bedeutet mir
mehr als mein Tun, doch wofür
hab ich das denn alles getan?
Niemand sieht mich nun mehr an!

Schlimmer noch, sie alle denken,
dass ich nichts tu und sie kränken
mich doch wirklich immer mehr.
Doch ich setz mich nicht zur Wehr.
Sollen sie’s doch tun oder lassen.
Ich kann diese Welt nur hassen.

Fertig, Schluss, ich will nicht länger,
bin nichts wert, es wird mir bänger,
wenn ich denke, welche Lasten
ihr nun tragt, ich würde rasten.
Wenn ich so ein Ekel kennte,
hätt’ ich starke Argumente!

Nein, ihr wisst nicht, was ich litt,
ich durchlebte ein Höllenritt.
Früh am Morgen stand ich auf,
vor den Vögeln, und darauf
Arbeit für euch und nicht für mich,
dass versetzte mir manch’ Stich,
erzählt mir doch nicht so ein Stuss,
denn nun mach ich endlich Schluss!!!!

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Du da, muss das wirklich sein?
Du gehörst zur Schöpfung mein!
Du da, gib nun ja nicht auf!
Du bist mein, ich geb darauf
mein Versprechen. Ich liebe dich!
Ich, dein Gott, bin da für dich!

Selbst wenn alles sich verschwört,
hab’ ich dein Gebet gehört!
Dein „Nur Schaffen“ hat halt Grenzen
Gibt dir nicht die Kompetenzen,
so zu tun, wie du grad willst.
Du dich dadurch selber killst!

Gib mir deine Hand, ich denke
nichts ist gut, ausser ich lenke
deine Schritte und auch dein Tun,
dann kannst du wohl wieder ruh’n
und mal deinen Hobbies fröhnen,
dich an meine Gaben gewöhnen,
die ich dir gab. So bist du wer!
Du bist mein Kind und ich dein Herr!

Stefan Wanzenried / 26.11.2003

 

 

Kontext:

Dieses Gedicht entstand nach einem Vortrag von Samuel Pfeiffer über das Thema "Burnout". In diesem Votrag wurde auch eine Folie aufgezeigt, die den Burnout-Zyklus aufzeigt mit 12 Stadien. Diese Stadien habe ich versucht abzubilden, bis das menschliche Wissen am Ende ist und nur noch Gott eingreifen und helfen kann.

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